Insulin-Verordnung: Neu im i-pdos

Donnerstag, 16. März 2017, 14:00 Uhr

Die Verordnung und Dokumentation von Insulin erfolgt ab März über das integrierte Patientendossier (i-pdos). Das neue System erhöht die Patientensicherheit, reduziert den Aufwand und vereinfacht die Prozesse.

Die elektronische Verordnung und Dokumentation erfolgen in ein und derselben Anwendung. Die Gefahr von Übertragungsfehlern wird gebannt, Medikationsfehler können vermieden und die Patientensicherheit erhöht werden. Die Neuerung trägt auch der technischen Entwicklung in der Therapie Rechnung.

PD Dr. med. Markus Laimer ist stellvertrender Chefarzt der Universitätsklinik für Diabetologie, Endokronologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus (UDEM). Aus seiner Sicht bringt die Umstellung entscheidende Vorteile. 

Was sind die Vorteile für die Mitarbeitenden?
Der Vorteil liegt aus meiner Sicht in der permanenten Verfügbarkeit sämtlicher relevanter Informationen im i-pdos. Das heisst, die Mitarbeiter können zu jeder Zeit den Verlauf der bisherigen Anpassungen verfolgen,  oder im System  Korrektur-Schemata nachfragen oder rausnehmen. Man darf nicht vergessen: Die Insulintherapie ist über die letzten Jahre komplexer geworden. Früher sprachen wir vom Nachspritz-Schema, mittlerweile verwendet man andere Ausdrücke, welche die Therapie und deren unterschiedlichen Vorteile viel genauer definieren. All dies wird nun abgebildet. Ein ganz wesentlicher Vorteil ist auch, dass man die Veränderungen in der Therapie, das heisst in der Insulindosierung, schnell überblicken kann.  Man sieht, was schon verändert wurde und was sich noch optimieren lässt.

Bisher haben wir primär mit Papierdokumentation und -Schemata gearbeitet. Das hat eher Nachteile. Es ist schwieriger, wenn man Änderungen immer schriftlich erfassen und die entsprechenden Dokumente faxen muss. Der Aufwand mit der elektronischen und komplexeren Erfassung mag grösser sein, zumindest zu Beginn. Andererseits bietet sich der grosse Vorteil, dass sich viele Fragen in Bezug auf die Therapie, die bis jetzt jeweils aufgetreten sind, gar nie stellen.

Welchen Nutzen bringt die Neuerung für die Patienten?
Falsch dosiertes Insulin kann im schlimmsten Fall zu sehr tiefen oder sehr hohen Blutzuckerwerten führen. Die Erfassung im i-pdos hilft mit, Unklarheiten in der Therapie und eventuelle Verwechslungen in der Dosierung zu vermeiden. Insofern ist sie für die Patientensicherheit ein grosser Schritt, auch bei komplexen Schemata.

Viele Personen haben für das Projekt gearbeitet. Ich möchte zweien besonders danken: Dr. med. Thomas Züger und Dr. med. Adrian Rütsche. Ihrer Arbeit und Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass wir zu einer sehr guten Umsetzung gekommen sind.